Recht auf Verwahrlosung in der Langzeitpflege
Inhouse | Präsenz oder online | 8 FE | für Pflege und Betreuung
Dilemma zwischen Selbstbestimmung und Fürsorgepflicht
Selbstbestimmung endet nicht dort, wo Lebensführung aus professioneller Sicht unvernünftig, riskant oder ungeordnet erscheint. Gleichzeitig tragen Pflegeeinrichtungen Verantwortung, Gefährdungen wahrzunehmen und angemessen zu handeln. Daraus entstehen anspruchsvolle rechtliche und ethische Spannungsfelder.
Die Fortbildung zum „Recht auf Verwahrlosung“ unterstützt Pflege- und Leitungsteams dabei, Selbstbestimmung, Schutzpflichten, Einwilligungsfähigkeit und mögliche Gefährdungen differenziert zu betrachten. Anhand typischer Fälle werden Entscheidungswege, interprofessionelle Abstimmung und dokumentierbare Abwägungen reflektiert. Ziel ist mehr Sicherheit im professionellen Umgang mit Situationen, für die es selten einfache Lösungen gibt.
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Schwerpunkte
a. Was verstehen wir unter Selbstgefährdung im Kontext "Recht auf Verwahrlosung"
- Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
- Praxisrelevante Fallbeispiele
- Bedeutung für den Pflegealltag
b. Rechtliche Aspekte (Rechtskunde in der Praxis)
- Menschenwürde & Selbstbestimmung
- Garantenstellung
- Einwilligungsfähigkeit, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit & mutmaßlicher Wille: zivilrechtliche Einordnung
- Haftung & Schadenersatz: Wer haftet wann?
c. Indikation: Einweisung in die Psychiatrie
- Empfehlungen der S3-Leitlinie „Verhinderung von Zwang“
- Umgang mit akut gefährdenden Situationen und konkreter Gefährdungslagen
d. Praxisphase, Fallarbeit:
- Einführung in die "Nimwegener Methode" zur ethischen Fallberatung
- Fallarbeit (Fakten sammeln, Bewerten, gemeinsame Beratung und Handlungsempfehlungen)
- Reflexion & Anwendung in Fallbeispielen
Ziele
- kennen zentrale juristische Rahmenbedingungen
- sind in der Lage, zwischen Einwilligungsfähigkeit & mutmaßlichem Willen zu differenzieren
- lernen gemeinsam ethische Entscheidung zu treffen und präventive Strategien gezielt anzuwenden
- entwickeln ein gemeinsames Teamverständnis und fördern Sorgehaltung und Beratungskultur
Methoden
- Interaktive Wissensvermittlung mit Fallbeispielen
- Reflexion eigener Erfahrungen und ethischer Dilemmata
- Gruppenarbeiten zur Entwicklung praxisnaher Handlungsstrategien
- "Nimwegener Methode" zur ethischen Fallberatung
- Kollegialer Austausch und Anleitung zur Reflexion
Dauer
8 FE (1 FE á 45 Min) z. B. 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr (inkl. Pausenzeiten 90 Min)