Selbst- und Fremdgefährdung in der Langzeitpflege gemeinsam begegnen
Inhouse | Präsenz oder online | 4-8 FE | für Pflege und Betreuung
Evidenzbasierte präventive Ansätze für die Langzeitpflege, um Zwang zu vermeiden
Selbst- und fremdgefährdendes Verhalten stellt Langzeiteinrichtungen vor besondere fachliche, rechtliche und organisatorische Anforderungen. Im Unterschied zu alltäglichen Konflikten oder angespannten Situationen steht hier die Frage im Vordergrund, ob eine konkrete erhebliche Gefahr besteht und welche Maßnahmen zum Schutz des betroffenen Menschen und anderer erforderlich sind.
Solche Entscheidungen können nicht dauerhaft von einzelnen Mitarbeitenden getragen werden. Erforderlich sind eine strukturierte Einschätzung, klare Zuständigkeiten, abgestimmte Kommunikationswege und ein gemeinsamer Notfallplan. Die Fortbildung verbindet deshalb Gefährdungseinschätzung, Ursachenklärung, rechtliche Orientierung und konkretes Krisenmanagement. Die bisherige Beschreibung enthält diese Bausteine bereits, ist aber durch das umfangreiche Handlungskonzept deutlich breiter angelegt.
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Schwerpunkte
- Selbst- und Fremdgefährdung erkennen und fachlich einordnen
- Ursachen und Gefährdungsrisiken strukturiert einschätzen
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Grenzen pflegerischen Handelns
- Zuständigkeiten klären: Wer muss wann hinzugezogen werden?
- Einen abgestimmten Präventions-, Interventions- und Notfallplan entwickeln
Ziele
Die Teilnehmenden lernen, selbst- und fremdgefährdende Situationen fachlich einzuordnen sowie mögliche Ursachen und Risiken strukturiert einzuschätzen. Sie erhalten Orientierung zu wesentlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und zu den Aufgaben der unterschiedlichen Beteiligten und Versorgungsstrukturen. Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, wann hausärztliche oder psychiatrische Unterstützung, rechtliche Betreuung, Rettungsdienst oder Polizei erforderlich werden können, und dafür verbindliche Kommunikations-, Interventions- und Notfallwege in der Einrichtung zu entwickeln. So sollen Sicherheit erhöht, vermeidbare Eskalationen und Zwang reduziert und schwierige Entscheidungen möglichst gemeinsam getragen werden.
Methoden
- Interaktive Wissensvermittlung mit Fallbeispielen
- Reflexion eigener Erfahrungen und ethischer Dilemmata
- Gruppenarbeiten zur Entwicklung praxisnaher Handlungsstrategien
- Arbeit mit standardisierten Assessments
- Kollegialer Austausch und Anleitung zur Reflexion
Dauer
8 FE (1 FE á 45 Min) z. B. 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr (inkl. Pausenzeiten 90 Min)
Hinweis
Die Fortbildungen zu Gewalt, Deeskalation sowie Selbst- und Fremdgefährdung bauen fachlich und methodisch aufeinander auf, setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. Die jeweilige Ausgangsfrage bestimmt den passenden fachlichen Zugang. Im Spiralcurriculum sind die Module nach Kompetenzstufen eingeordnet und aufeinander abgestimmt.
Module nach Kompetenzstufen