Langeweile bei Menschen mit Demenz verstehen und wirksam begegnen
Inhouse | Präsenz oder online | 4-8 FE | für Pflege und Betreuung
Auch als öffentliche Fortbildung
Termin: 10.12.2026 von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr
Veranstaltungsort: Online
Wenn Beteiligung fehlt: Langeweile als Auslöser von Verhalten
Unruhe, Rückzug, Rufen oder scheinbar „schwieriges Verhalten“ bei Menschen mit Demenz können auch Ausdruck von Unterforderung, fehlender Bedeutung oder Langeweile sein. Gleichzeitig führt ein Mehr an Beschäftigung nicht automatisch zu mehr Wohlbefinden. Entscheidend ist die Passung zwischen Person, Fähigkeiten, Bedürfnissen und Umwelt.
Die Fortbildung hilft Pflege- und Betreuungsteams, Langeweile differenzierter wahrzunehmen und von anderen Ursachen abzugrenzen. Gemeinsam werden alltagsnahe Möglichkeiten entwickelt, wie Beteiligung, Sinn, Beziehung und angemessene Aktivierung gefördert werden können - ohne Menschen mit Demenz zu überfordern oder den Pflegealltag mit zusätzlichen Programmen zu überladen.
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Schwerpunkte
- Langeweile als subjektiv unangenehmes Erleben und möglicher Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse
- fehlende Passung zwischen Bedürfnissen, Fähigkeiten, Handlungsmöglichkeiten und Umweltangeboten
- Abgrenzung und mögliche Überschneidungen von Langeweile, Apathie, Depression, Agitiertheit und herausforderndem Verhalten
- Langeweile als Verstehenshypothese und systematische Prüfung weiterer möglicher Ursachen
- Bedeutung von Beziehung, Kontakt, Beteiligung und unmittelbar erlebbarer Selbstwirksamkeit
- alltagsnahe, personbezogene und strukturierte Tätigkeiten als sinnvolle Interventionen
Ziele
- Langeweile bei Menschen mit Demenz fachlich einordnen und von selbstgewählter Ruhe, Inaktivität oder Muße abgrenzen
- Zusammenhänge zwischen Langeweile, unerfüllten Bedürfnissen, fehlender Passung, Selbstwirksamkeit und Beziehung verstehen
- Langeweile von Apathie, Depression und Agitiertheit unterscheiden sowie mögliche Überschneidungen erkennen
- herausforderndes Verhalten als möglichen Hinweis auf eine nicht passende oder belastende Situation einordnen
- personenbezogene und umweltbezogene Ursachen von Langeweile im Alltag differenzieren
- passende, alltagsnahe und person-zentrierte Interventionen ableiten, erproben und hinsichtlich ihrer Wirkung bewerten
Methoden
- Vermittlung von Informationen, Diskussion, Moderation, Erfahrungsaustausch, Gruppen- und Paararbeiten, Praxisfallarbeit
Dauer
Empfohlen 8 FE (1 FE á 45 Min) z. B. 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr (inkl. Pausenzeiten 90 Min)
Referent: Tobias Münzenhofer